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Mehr.Wert - Orientierung in komplexer Zeit
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Vor einigen Tagen habe ich etwa eine Stunde durch Social Media gescrollt. Vieles war kreativ, manches klug, einiges sehr unterhaltsam. Als ich das Handy weglegte, blieb trotzdem ein merkwürdig dunkler Eindruck zurück. Das menschliche Miteinander erschien mir extremer, rücksichtsloser und sonderbarer, als ich es aus meinem Alltag kenne.
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Die einzelnen Beiträge waren nicht erfunden. Aber ihre Abfolge war auch kein neutraler Ausschnitt der Welt. Personalisierte Feeds entstehen aus dem, was wir ansehen, anklicken, liken, teilen oder kommentieren. Was ein System als interessant für uns erkennt, begegnet uns häufiger.
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Häufigkeit im Feed ist keine Häufigkeit im Leben.
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Ein seltener, besonders auffälliger Ausschnitt kann uns in kurzer Zeit immer wieder begegnen. Dann erscheint er verbreitet, obwohl er vielleicht nur besonders aufmerksamkeitsstark ist. Sichtbarkeit ist keine Repräsentativität.
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Wer einen Feed für ein Stimmungsbild der Gesellschaft hält, kann Mehrheiten falsch einschätzen, Dringlichkeiten überbewerten und Menschen vorschnell nach den lautesten oder befremdlichsten Beispielen beurteilen.
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Soziale Medien verbinden, eröffnen neue Perspektiven und machen Kreativität sichtbar. Gerade deshalb will ich ihre Auswahl nicht mit Wirklichkeit verwechseln.
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Seitdem prüfe ich nach dem Scrollen nicht mehr nur, wie viel Zeit vergangen ist. Ich frage mich auch: Welches Bild von Menschen und Gesellschaft ist in mir zurückgeblieben? Passt es zu meinen wirklichen Begegnungen und zu dem, was sich außerhalb meines Feeds zeigt?
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Digitale Mündigkeit beginnt für mich dort, wo ich einen Feed als das lese, was er ist: eine für mich sortierte Auswahl. Und wo ich daraus keine vorschnellen Urteile über Menschen, Mehrheiten und gesellschaftliche Wirklichkeit ableite.
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Herzliche Grüße Dein David
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Neue Podcast-Folge: Darf ich mir das gönnen?
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Eine Ausgabe kann Freude schenken, aber auch die Hoffnung nähren, endlich jemand zu sein. In der neuen Folge von Gott, Geld und Gewissen sprechen Bernd Villhauer und David Müller darüber, wie sich Genuss von Kompensation unterscheidet, warum Luxus nicht allein am Preis hängt und welche Verantwortung gegenüber anderen, sich selbst und den eigenen Werten bleibt.
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Am Ende wird die Frage persönlicher: Verrate ich meine Überzeugungen, wenn ich mir etwas erlaube, das nicht zu meinem bisherigen Selbstbild passt?
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David Müller · Roggenweg 23 · 71364 Winnenden
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